MALEREI IST
GlückFreiheitVisionArbeitLiebeSchönheitLustNatürlich
Glück. Freiheit. Vision. Arbeit. Liebe. Schönheit. Lust.
Malerei begleitet mich seit mehr als drei Jahrzehnten. Trotzdem ist für mich bis heute nicht abschließend geklärt, was ein gemaltes Bild eigentlich ist.
Eine Fläche? Ein Abbild der Wirklichkeit? Ein Gedanke? Erinnerung? Material? Ein Objekt? Eine Erfindung?
Vielleicht liegt gerade darin die Kraft der Malerei: Sie muss diese Frage nicht beantworten.
Sie kann Wirklichkeit abbilden und gleichzeitig verändern. Sie kann konkret und abstrakt, geplant und intuitiv, schön und verstörend sein. Sie kann etwas zeigen – oder etwas sichtbar machen, das vorher keine Form hatte.
Für mich ist Malerei deshalb vor allem ein Prozess des Suchens.
Acrylmalerei
Acryl erlaubt eine unmittelbare und schnelle Arbeitsweise. Farbe, Fläche und Schichtung können direkt aufeinander reagieren und sich während des Prozesses verändern.
Ölmalerei
Ölfarbe ermöglicht Tiefe, Transparenz und langsame Veränderung. Lasuren, pastose Schichten und offene Spuren können innerhalb eines Bildes nebeneinander bestehen.
Was ist Malerei?
Was ist ein gemaltes Bild? Eine gemalte Fläche? Oder ein Abbild der Wirklichkeit? Ein Versuch, ein Irrtum und ein Herantasten? Oder ein neues System im alten Gewand, ein Medium und ein Zeichen der Wahrnehmung? Ein Entwurf, ein Objekt, Traum oder Verfremdung? Eine Kopie oder ein Original? Eine Erfindung?
Die Malerei hinterfragt die Wahrnehmung und ist ein Prozess. Voraussetzung ist ein Prozess des Suchens. Dabei untersucht jedes neue Motiv neue Herangehensweisen, erkundet Welten und Räume und schafft sich ihre eigene Daseinsberechtigung. Manchmal gibt sie Antworten, oftmals bleiben auch viele Fragen. Ein Bild zielt nicht immer auf Antworten – die Suche geht weiter. Das Bild dient lediglich, als Medium in dem Versuch eine neue Wirklichkeit abzubilden.
Kunstwerke
Ausgewählte Arbeiten aus verschiedenen Werkphasen.
Freie Malerei zwischen Abstraktion, Figuration, Landschaft und kulturellen Referenzen.
Expressionismus
Farbe, Geste und unmittelbarer Ausdruck.
Expressive Malerei, in der Bewegung, Material und emotionale Wahrnehmung den Bildraum bestimmen.
Farbe ist Material
Auf einem Bildschirm ist Farbe Licht.
In der Malerei ist Farbe Materie.
Ölfarbe besitzt Tiefe, Glanz, Transparenz und Körper. Acryl kann unmittelbar, schnell und direkt sein. Dünne Lasuren können neben pastosen Flächen stehen. Spuren des Pinsels, der Hand oder des Werkzeugs bleiben Teil des Bildes.
Diese physische Qualität interessiert mich besonders in einer Gegenwart, in der ein immer größerer Teil unserer Bilder digital entsteht und wahrgenommen wird.
Ein Gemälde existiert nicht nur als Bild.
Es ist ein Gegenstand im Raum.
Man kann davorstehen, sich ihm nähern, wieder zurücktreten. Licht verändert seine Oberfläche. Details verschwinden mit der Entfernung und andere Zusammenhänge werden sichtbar.
Gerade bei meinen großformatigen Arbeiten wird diese körperliche Erfahrung Teil der Wahrnehmung.
Zwischen Abstraktion und Gegenstand
Die Unterscheidung zwischen abstrakter und gegenständlicher Malerei interessiert mich nur begrenzt.
In meinen Arbeiten können Landschaften, Gebäude, Figuren, Schrift oder konkrete kulturelle Referenzen erscheinen. Gleichzeitig werden diese Elemente durch Farbe, Überlagerung und Gestik verändert.
Ein Gebäude kann zur Fläche werden.
Eine Landschaft kann sich auflösen.
Ein Wort kann seine Bedeutung verlieren und nur noch als Form funktionieren.
Abstraktion bedeutet dabei nicht unbedingt die Abwesenheit von Wirklichkeit. Sie kann eine andere Möglichkeit sein, Wirklichkeit wahrzunehmen.
IN LOVE – Color and Immediate Experience
IN LOVE, 2026 creates another kind of landscape – one constructed almost entirely through color. Intense fields of red, pink and orange surround an almost luminous center. Drawing, writing and fragmented imagery appear and disappear beneath successive layers of paint.
The words “IN LOVE” remain recognizable while becoming part of the painting itself. At 200 × 300 cm, the work transforms color from a visual element into an almost physical environment.
Malerei als offenes System
Seit vielen Jahren arbeite ich mit sehr unterschiedlichen Bildquellen und Erfahrungen.
Architektur, Natur, Literatur, Reisen, Wissenschaft, Technologie, Popkultur, wirtschaftliche Systeme und persönliche Erinnerungen können innerhalb eines Bildes aufeinandertreffen.
Mich interessiert weniger ihre Trennung als das, was zwischen ihnen geschieht.
Das Bild wird zu einem Ort, an dem Fragmente miteinander Beziehungen eingehen können, die außerhalb der Malerei möglicherweise nicht existieren würden.
Daraus entstehen keine abgeschlossenen Erzählungen.
Malerei bleibt offen.
Malerei im digitalen Zeitalter
Noch nie wurden so viele Bilder produziert wie heute.
Fotografie, soziale Medien, digitale Bildbearbeitung und künstliche Intelligenz haben die Herstellung und Verbreitung von Bildern fundamental verändert.
Für mich macht das Malerei nicht überflüssig.
Im Gegenteil.
Je immaterieller unsere visuelle Welt wird, desto interessanter erscheint mir die physische Realität eines Gemäldes: Pigment, Öl, Leinwand, Oberfläche, Größe, Zeit und die Spuren seiner Entstehung.
Ich arbeite selbst mit digitalen Werkzeugen und künstlicher Intelligenz in Teilen meines Prozesses. Entscheidend ist für mich deshalb nicht die Opposition von analog und digital.
Mich interessiert, was zwischen beiden Welten entstehen kann.

STERNSTUNDEN DER MENSCHHEIT (2026) – ÖL AUF LEINWAND • 200 × 200 CM
STERNSTUNDEN DER MENSCHHEIT verbindet Fragmente aus Mythos, Geschichte und Gegenwart. Der Titel nimmt bewusst Bezug auf Stefan Zweigs Sammlung historischer Miniaturen, verschiebt jedoch deren Bedeutung: Statt heroische Augenblicke zu feiern, setzt sich das Gemälde mit der immer wiederkehrenden Tragik menschlicher Konflikte auseinander.

TESLA IS TESLA, NOT TESLA (2026) – ÖL AUF LEINWAND • 160 X 120 CM
TESLA IS TESLA, NOT TESLA bezieht sich auf Nikola Tesla und seine Vorstellung von Energie als einer offenen, beinahe spirituellen Kraft. Das Gemälde stellt diese Idee heutigen Technologiemarken, kommerziellen Systemen und zeitgenössischen Vorstellungen von Innovation gegenüber.

SAND HILL RD 1 MILE (2026) – ÖL AUF LEINWAND • 200 X 300 CM
SAND HILL RD 1 MILE bezieht sich auf jene Straße im Silicon Valley, die wie kaum ein anderer Ort für Risikokapital, Technologie und enormen Reichtum steht. Handgemalte Schichten aus Farbe, Zeichen und fragmentierten Bildwelten verwandeln Kapitalströme, Investitionen und Netzwerke in eine offene, beinahe kosmische Landschaft.


