Künstler Berlin – zeitgenössische Malerei von Nikolaus Kriese
Nikolaus Kriese ist ein deutscher Maler, dessen künstlerische Praxis sich über mehr als drei Jahrzehnte entwickelt hat. Im Zentrum seiner heutigen Arbeit steht die freie Malerei – zwischen gestischer Abstraktion, Figuration, Schrift und fragmentarischen Bildwelten.
Seine aktuellen Arbeiten greifen persönliche Erfahrungen ebenso auf wie Motive aus Geschichte, Technologie, Wissenschaft, Wirtschaft und Gegenwartskultur. Zeichen, Begriffe, Figuren und Erinnerungen treffen auf intensive Farbflächen und spontane malerische Spuren.
Berlin bildet mit seiner internationalen und experimentellen Kunstlandschaft einen besonderen Kontext für diese offene Form zeitgenössischer Malerei.
Malerei als offener Prozess
Die Arbeiten von Nikolaus Kriese entstehen nicht nach einem starren Konzept. Bilder entwickeln sich im Arbeitsprozess – durch Überlagerung, Übermalung, Zeichnung, Farbe und spontane Entscheidungen.
Gegenständliche Elemente können neben abstrakten Strukturen erscheinen. Schrift wird zur Zeichnung, Figuren lösen sich wieder auf und einzelne Fragmente bleiben als sichtbare Spuren innerhalb des Bildes bestehen.
Dadurch entstehen komplexe Bildräume, in denen unterschiedliche Zeiten, Gedanken und Wahrnehmungen gleichzeitig präsent sein können.
Malerei wird zum offenen System zwischen Kontrolle und Zufall, Konstruktion und Auflösung.

Aktuelle Werke
Berlin – Kunst und Gegenwart
Berlin ist ein Ort permanenter Veränderung. Geschichte, Architektur, Subkultur, Politik, Technologie und internationale Gegenwart treffen innerhalb der Stadt unmittelbar aufeinander.
Auch die Kunstlandschaft ist von dieser Gleichzeitigkeit geprägt. Museen, Galerien, Projekträume und Ateliers bilden ein Umfeld, in dem sehr unterschiedliche künstlerische Positionen nebeneinander bestehen und immer wieder neu verhandelt werden.
Für Nikolaus Kriese ist gerade diese Offenheit interessant. Seine Malerei sucht keine eindeutige Ordnung der Gegenwart. Unterschiedliche Wahrnehmungen, Erinnerungen und kulturelle Fragmente können innerhalb eines Bildes gleichzeitig auftreten.
Berlin wird damit weniger zum Motiv als zu einem gedanklichen Bezugspunkt für eine Malerei, die von Veränderung, Widerspruch und Freiheit lebt.
Schrift, Zeichen und Fragmente der Gegenwart
Schrift und Zeichen spielen in den aktuellen Arbeiten von Nikolaus Kriese eine zunehmend wichtige Rolle.
Wörter, technische Begriffe, persönliche Notizen und scheinbar beiläufige Beobachtungen werden in die Malerei aufgenommen. Dabei verlieren sie teilweise ihre ursprüngliche Funktion als Information und werden selbst zu Farbe, Rhythmus und Form.
In Arbeiten wie IN LOVE, BLACK OPS oder TESLA IS TESLA NOT TESLA verbinden sich diese Zeichen mit Figuren, abstrakten Strukturen und intensiven Farbflächen.
Einzelne Elemente bleiben lesbar, andere verschwinden wieder unter neuen Schichten. Das Bild wird zu einer Art visueller Speicher – offen, fragmentarisch und niemals vollständig entschlüsselbar.
IN LOVE – Farbe und unmittelbare Erfahrung
IN LOVE, 2026 verbindet intensive Rot-, Pink- und Orangetöne mit Zeichnung, Schrift und zahlreichen Überlagerungen.
Im Zentrum des 200 × 300 cm großen Gemäldes entsteht eine helle, beinahe leuchtende Öffnung. Darum verdichten sich Linien, Zeichen, Figuren und Farbschichten zu einem komplexen Bildraum.
Der Schriftzug „IN LOVE“ erscheint unmittelbar und beinahe beiläufig zugleich. Persönliche Erfahrung und malerische Konstruktion lassen sich nicht mehr eindeutig voneinander trennen.
Das monumentale Format macht Farbe dabei zu einer körperlichen Erfahrung.
Geschichte, Erinnerung und Überlagerung
Gegenwart entsteht nicht unabhängig von Geschichte. Erinnerungen, kulturelle Bilder und historische Vorstellungen wirken weiter und verbinden sich mit persönlichen Erfahrungen und aktuellen Ereignissen.
In STERNSTUNDEN DER MENSCHHEIT verdichten sich solche historischen, persönlichen und gesellschaftlichen Fragmente zu einem komplexen Bildraum.
Figuration und Abstraktion bleiben dabei ebenso in Bewegung wie die Frage, ob Geschichte als Fortschritt, Erinnerung oder permanente Überlagerung verstanden werden kann.
Das Gemälde liefert darauf keine eindeutige Antwort. Geschichte erscheint vielmehr als Material, das immer wieder neu gelesen und interpretiert wird.
Technologie und die Bilder unserer Zeit
Technologie prägt längst nicht mehr nur Geräte oder Produktionsprozesse. Sie verändert Kommunikation, Wirtschaft, Wahrnehmung und die Vorstellungen, die Menschen von Zukunft entwickeln.
Diese visuelle und sprachliche Welt taucht auch in den Arbeiten von Nikolaus Kriese auf.
In TESLA IS TESLA NOT TESLA treffen technische Assoziationen, Schrift, abstrakte Formen und intensive Blautöne aufeinander. Der Titel selbst spielt mit Wiederholung und Widerspruch – zwischen Marke, Person, Technologie und kulturellem Zeichen.
Auch BLACK OPS bewegt sich in einer Welt aus Codes, Fragmenten und dunklen Bildräumen. Begriffe und Zeichen scheinen Bedeutung anzudeuten, ohne eine eindeutige Erzählung vorzugeben.
Farbe zwischen Dunkelheit und Licht
Die aktuellen Arbeiten bewegen sich nicht innerhalb einer festgelegten Farbwelt.
Das nahezu schwarze BLACK OPS, das intensive Rot von IN LOVE, die erdigen Braun- und Blautöne von STERNSTUNDEN DER MENSCHHEIT und das leuchtende Blau anderer Werkgruppen zeigen unterschiedliche atmosphärische Zustände.
Farbe wird dabei nicht lediglich kompositorisch eingesetzt. Sie bestimmt Raum, Geschwindigkeit und emotionale Wahrnehmung eines Bildes.
Gerade im Wechsel zwischen dunklen und extrem leuchtenden Arbeiten entsteht eine Spannung, die sich durch die aktuellen Werkgruppen zieht.
Kunstwerke und Sammlungen
Die freien Arbeiten von Nikolaus Kriese entstehen in fortlaufenden Werkgruppen und umfassen unterschiedliche Formate bis hin zu monumentalen Gemälden.
Einzelne Arbeiten befinden sich in privaten und institutionellen Sammlungen.
Für Sammler, Galerien, Kuratoren und Kunstinteressierte können auf Anfrage weitere Informationen zu aktuellen Werkgruppen und einzelnen Arbeiten zur Verfügung gestellt werden.
Persönliche Begegnungen mit den Arbeiten und Atelierbesuche sind nach Absprache möglich.
Über Nikolaus Kriese
Nikolaus Kriese arbeitet seit 1995 als Maler. Nach dem Kunstinternat Wettin absolvierte er von 2003 bis 2006 eine Ausbildung zum Theatermaler am Theater Erfurt und in Berlin.
Diese handwerkliche Ausbildung bildet einen Teil einer mehr als drei Jahrzehnte umfassenden künstlerischen Praxis. Im Laufe der Jahre entwickelte sich daraus eine zunehmend freie und prozessbasierte Malerei.
Die aktuellen Arbeiten bewegen sich zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit. Charakteristisch sind gestische Farbflächen, Überlagerungen, Schrift sowie figurative, technische und architektonische Fragmente.
Lebt und arbeitet in Erfurt, Deutschland.
Atelier und künstlerische Praxis
Die großformatigen Arbeiten entstehen im Atelier über längere Zeiträume und in zahlreichen malerischen Schichten.
Dabei bleibt der Entstehungsprozess sichtbar. Übermalungen, Korrekturen, Zeichnungen, Farbspritzer und scheinbar zufällige Spuren werden nicht vollständig beseitigt, sondern können Teil des fertigen Bildes bleiben.
Gerade darin liegt ein wesentlicher Bestandteil der Arbeiten: Das Bild zeigt nicht nur ein Ergebnis, sondern trägt die Geschichte seiner eigenen Entstehung in sich.












